Wie ich auf Probleme schaue

Die meisten Schwierigkeiten, mit denen Organisationen in unklaren oder kritischen Lagen kämpfen, sind keine Wissensprobleme. Sie sind Strukturprobleme. Es fehlt nicht an Informationen: es fehlt an Ordnung im Denken und Entscheiden.

Das prägt, wie ich arbeite. Ich gehe nicht von Normen, Werkzeugen oder Standardprozessen aus. Ich gehe vom Problem aus.

Was auf dieser Seite beschrieben ist, sind keine Produkte und keine Leistungsmodule. Es sind Denkmodelle: entwickelt aus Praxis, geschärft durch Forschung.


P-DRIVE: Problemorientiertes Arbeiten (Methodology)

Viele Organisationen springen zu früh in Lösungen. Sie bauen Prozesse, erstellen Dokumente, implementieren Systeme: bevor das eigentliche Problem sauber beschrieben ist. Das Ergebnis ist Aktivität, aber nicht notwendigerweise Wirksamkeit.

P-DRIVE ist kein Beratungsprodukt. Es ist ein Arbeitsprinzip — evidenzbasiert, empirisch getestet und für Mittelstand wie Großunternehmen skalierbar.

Für Marcus & Partner: P-DRIVE ist lizenzierbar. Beratungsunternehmen, die diese Methodologie für ihre Kunden nutzen möchten, können Lizenzpartner werden. → Lizenzpartnerschaft

Der Kern: Erst Problemklarheit, dann Struktur, dann Maßnahmen. Nicht umgekehrt.

In der Praxis heißt das:

  • Welches Problem soll tatsächlich gelöst werden: nicht welches Werkzeug soll eingesetzt werden?
  • Was ist die eigentliche Ursache: nicht nur das sichtbare Symptom?
  • Welche Maßnahmen sind notwendig und hinreichend: nicht welche sind verfügbar?

Diese Reihenfolge klingt selbstverständlich. In der Praxis wird sie regelmäßig übersprungen. Auditierungszyklen, Normanforderungen und interne Erwartungen erzeugen Druck in Richtung schneller Aktivität: auf Kosten sauberer Diagnose.

P-DRIVEN steht für Pragmatismus in diesem Sinne: Komplexität reduzieren, das Entscheidende treffen, Methodenfetisch vermeiden.


C]ORE: Organisationale Resilienz in Unternehmen

C]ORE steht für Corporate Organizational Resilience Excellence. Nicht als Produktname, sondern als konzeptionelles Modell für das, was organisationale Resilienz in Unternehmen tatsächlich bedeutet.

Resilienz wird oft missverstanden: als Abwehr, als Redundanz, als Krisenplanung. Das greift zu kurz.

Die eigentliche Frage ist: Wie bleibt eine Organisation funktionsfähig, wenn die Bedingungen sich verändern, Störungen eintreten und unter Druck entschieden werden muss? Und wie entwickelt sie sich gleichzeitig weiter: statt nur zu überleben?

C]ORE betrachtet Resilienz als Führungs- und Strukturfrage. Krise und Nicht-Krise lassen sich dabei nicht sauber trennen. Organisationen, die im Alltag schlecht strukturiert sind, werden in der Krise nicht plötzlich handlungsfähig.

Konkret:

  • Robustheit und Anpassungsfähigkeit müssen zusammengedacht werden: nicht als Gegensatz
  • Einzelmaßnahmen reichen nicht: entscheidend ist das Zusammenspiel von Strukturen, Prozessen, Verantwortung und Kultur
  • Resilienz ist kein Projektziel, das erreicht und abgehakt wird: sie ist eine dauerhafte Organisationseigenschaft

M]ORE: Kommunale & Community Resilienzplanung

M]ORE steht für Municipal Organizational Resilience Excellence. Es ist die Übertragung derselben Grundlogik auf kommunale und lokale Systeme — mit den Anpassungen, die dort notwendig sind.

Für Thomas & kommunale Dezernenten: M]ORE bietet ein Framework speziell für Städte, Gemeinden und Verwaltungen. Nach Hochwassern, Pandemien oder kritischen Infrastruktur-Ausfällen brauchst du nicht Unternehmens-Ressourcen, sondern ein auf Kommunen zugeschnittenes Resilienz-Modell.

Kommunen sind keine Unternehmen. Sie sind komplexe, vernetzte Systeme mit staatlichen, privaten und gesellschaftlichen Akteuren, unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und politischen Rahmenbedingungen, die Entscheidungen auf eine eigene Art beeinflussen.

Kommunale Resilienz entsteht nicht durch Einzelpläne oder isolierte Vorsorge. Sie entsteht durch ein belastbares Ökosystem: durch Vernetzung von Akteuren, klare Verantwortungsstrukturen und die Fähigkeit, auch dann zu handeln, wenn nicht alles planmäßig läuft.

Was nicht funktioniert: Unternehmensmodelle 1:1 auf Kommunen übertragen. Was nötig ist: ein eigenes Modell, das die spezifischen Bedingungen kommunaler Systeme ernst nimmt.

Das M] steht für diese Eigenständigkeit: kommunale Resilienz braucht einen eigenen konzeptionellen Rahmen.


Forschung & Evidence-Based Crisis Management

Die Lücke zwischen Praxis und Forschung im Krisenmanagement ist real. Es gibt viel Erfahrungswissen, viele Standards und Routinen — aber wenig systematische Auseinandersetzung damit, was davon tatsächlich wirkt und warum.

Ich forsche, weil mich diese Lücke stört.

Für Linda & akademische Stakeholder: Meine Forschung ist peer-reviewable. PhD-Forschung an der TU Ostrava (seit 2024) mit Fokus auf Effektivität von Krisenmanagement-Ansätzen im deutschen Unternehmenskontext. Alle Methoden sind wissenschaftlich fundiert, nicht empirisch improvisiert.

Forschungsschwerpunkte

  • Evidence-based Crisis Management: Was wirkt, was nicht — und warum?
  • Wirksamkeit und Effizienz von Krisenmanagementansätzen
  • Decision-Making in Dynamic Environments: Entscheidungsprozesse unter Druck
  • Crisis Exercises & Training: Wirkungs-Evaluation, nicht nur Durchführung
  • Organizational Resilience: Messbarkeit und methodische Qualität
  • Krisenmanagement-Performance: Methoden zur Evaluation echter Fortschritte

Veröffentlichungen & Publikationen

→ Siehe Insights/Publikationen für peer-reviewed und fachliche Beiträge

Laufendes Promotionsprojekt (seit 2024, TU Ostrava): „Effectiveness and effectivity of crisis management approaches: experimental study on different methodologies in German business context"

Ausgewählte Veröffentlichungen:

  • Kerstan, R. (2024): Methodenhandbuch für effektives IT-Notfallmanagement. 1. Auflage.
  • Röhl, A.; Kerstan, R. (2023): Kommunale Selbstverwaltung, 02/2023, S. 63–66.
  • Röhl, A.; Kerstan, R. (2021): Die Bedeutung organisationaler Ökosysteme für den Erfolg der Unternehmenssicherheit, in: Vogt et al. (Hrsg.), Wirtschaftsschutz in der Praxis (2022).
  • Röhl, A.; Kerstan, R. (2020): Lehren aus der Corona-Pandemie: Resilienz in der Verwaltung steigern, der Gemeinderat.
  • Kerstan, R.; Röhl, A. (2020): Wie resilient sind Organisationen in Deutschland?, Working Paper NBS Hamburg, No. 4/2020.

Wie ich mit Organisationen arbeiteIntelligence Briefs